

H e r z e n s a u g e
Manchmal begegnet uns etwas, dass uns überrascht, ja auch überfordern kann. Nicht laut, nicht spektakulär, sondern still und tief. Manche Menschen tragen Erfahrungen in sich, die sie kaum teilen können: Spirituelle Erlebnisse, innere Bilder, Momente tiefer Verbundenheit oder Erschütterung für die es im Alltag keinen selbstverständlichen Ort gibt.
Auch intensive und plötzliche Lebensphasen mit Sinnfragen, quälenden Zweifel, Schuldgefühle und Gefühle von Leere, oder innerem Stillstand können das Gefühl von Isolation, Einsamkeit und Hilflosigkeit hervorrufen. Solche Erfahrungen können Menschen in Übergänge führen - in existentiellen Fragen, nach Verlusten oder Erschütterungen oder dorthin wo Worte fehlen und herkömmliche Angebote nicht greifen.
Wirklich wahrgenommen werden
Manchmal liegt unter dem, was ein Mensch erzählt noch eine andere Frage: Kannst Du das mit mir aushalten? Bin ich Dir zu viel mit dem, was ich mitbringe? Werde ich dafür verurteilt?
Viele Menschen erzählen nur einen Teil dessen, was sie bewegt. Sie fürchten den anderen mit ihrem Erleben zu überfordern. Sie fürchten auch dafür verurteilt zu werden. Wirklich wahrgenommen zu werden kann bedeuten, auch mit dem da sein zu dürfen, was schwer, widersprüchlich oder kaum auszusprechen ist- ohne sich dafür rechtfertigen oder kleiner machen zu müssen.
Herzensauge möchte einen solchen Raum öffnen: Einen Raum in dem solche Erfahrungen da sein dürfen, in dem nicht alles sofort erklärt, bewertet, oder gelöst werden muss, sondern um ihnen nachzuspüren und Ihren eigenen Ausdruck und persönliche Sprache finden zu können. Hier geht es nicht darum sofort Antworten zu liefern, sondern darum, dass sich etwas zeigen darf. Manchmal unerwartet. Manchmal leise. Manchmal wie ein Erinnern an etwas, was längst da ist.
Tiefe wird nicht hergestellt, sie antwortet.
Das Anliegen von Herzensauge ist die Verwirklichung des Wunsches einen solchen Ort zu schaffen und achtsam zu hüten. Einen Raum, der nicht erklärt und nicht bewertet, sondern durch die Haltung der Hüterin getragen wird. So entsteht ein geschützter Raum, in dem So-Sein möglich ist. In diesem Raum zeigt sich - leise und unaufdringlich - das Geheimnis einer Schwelle, an der Tiefe möglich und erlebbar wird. So wird der Weg frei für ein besonderes Sehen, Hören, Fühlen und für eine unverwechselbare Sprache, die aus dem eigenen Herzensraum entsteht. Daraus kann persönliche innere Freiheit wachsen - geboren aus eigener Urheberschaft.
Jenseits aller Vorstellungen. Jenseits von Gut und Böse. Gibt es einen Ort. Treffen wir uns dort. Rumi